Untreue und Fremdgehen

10. Juni 2009

Treue gilt häufig als Bedingung einer erfolgreichen Beziehung. "Doch für manche Paare ist Monogamie eine Falle", warnt der Paar- und Sexualtherapeut Ulrich Clement im Interview mit der Frauenzeitschrift FÜR SIE (13/09; EVT: 9. Juni). In einer Partnerschaft müsse man immer zwei Dinge hinbekommen: Verlässlichkeit und Vertrauen, aber auch Lebendigkeit und Aufregung. "Letzteres geht nicht immer mit demselben Partner."

Grundsätzlich müsse jedes Paar für sich selbst entscheiden, wie es mit Treue umgehe. Wichtig sei bei Seitensprüngen aber Diskretion. "Schweigen ist die lebensfähigste Form, mit Untreue umzugehen." Gerade bei einer längeren Affäre richte sich der Fremdgeher eine Art "secret garden" fern vom normalen Leben ein. "So eine Auszeit vom Alltag fasziniert gerade Menschen, die durch Job und Familie stark vereinnahmt werden", weiß der Experte.

Dass heutzutage auch viele Frauen die Untreue wagen, sei durchaus als eine Form von Befreiung und zunehmender Selbstbestimmung zu werten. "Aus Studien weiß man, dass finanziell unabhängige Frauen es sich eher leisten fremdzugehen, als solche in traditionellen Versorger-Ehen."

Fremdgehen ist laut Clement übrigens nicht unbedingt ein Zeichen, dass in der Beziehung etwas nicht stimmt. "Man kann nie alle Wünsche seines Partners hundertprozentig erfüllen", erläutert er Psychologe. "Deshalb sollte man Untreue nicht nur persönlich nehmen."

(Quelle: FÜR SIE 13/09; EVT: 9. Juni)

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